Die SSD-Festplatte

Seit einigen Jahren sind auf dem Computermarkt eine ganz neue Art von Festplatten zu finden, die das Herz eines jeden PC-Nutzers höher schlagen lassen sollten - die SSD-Festplatte (SSD= Solid-State-Drive).
Was ist nun das Aufregende an dieser Art Festplatte? Ein SSD-Laufwerk kann wie eine herkömmliche Festplatte in den Rechner eingebaut und angesprochen werden. Eine SSD verwendet jedoch Halbleiter-Speicherbausteine und verzichtet damit auf bewegliche Teile wie sie in herkömmlichen Festplatten verwendet werden. Die Informationen werden bei einer SSD auf Flash-Bausteinen abgelegt. Das ist eine Speicherart, wie du es bereits von Speicherkarten, USB-Sticks oder MP3-Playern her kennen wirst.
Die SSD-Platte ist ein vollkommen neues elektronisches Speichermedium in der Computertechnik und wird wohl früher oder später die herkömmlichen mechanischen Festplatten ablösen.

 

SSD-Platte geöffnet

 

Was sind die Vorteile einer SSD gegenüber einer HDD?

Anders als bei magnetischen Festplatten gibt es bei SSDs keine beweglichen Teile. In einer SSD läuft der Speichervorgang rein elektronisch ab. Man könnte sich eine SSD technisch gesehen wie einen überdimensionierten USB-Stick vorstellen. Durch den Wegfall der empfindlichen Motorlagerung und Lese-Schreib-Mechanik von Hard Disk Drives (HDDs) ergibt sich eine deutlich verbesserte Stoßfestigkeit. Somit sind SSDs gerade auch für den mobilen Einsatz prima geeignet. Die Flash-Laufwerke überstehen Stürze und Stöße mit Krafteinwirkungen von bis zu 1500G.

Es gibt aber noch weitere Vorteile:

  • Der geringe Stromverbrauch, das ist ideal für Notebooks, denn damit verlängert sich der Akkubetrieb um ein Wesentliches.
  • Wegen der fehlenden mechanischen Bauteile macht sind SSD's gegen mechanischer Einwirkung robuster und sie machen keine Geräusche.
  • Die Zugriffszeiten auf die Daten sind extrem kurz, damit starten Programme wesentlich flotter.

Aber auch die Nachteile sollen genannt werden:

  • Sie sind im Vergleich zu konventionellen Festplatten gleicher Kapazität teurer. Die Preisentwicklung ist jedoch positiv, denn SSD-Platten werden immer billiger. 2017 kostete eine 250GByte-SSD um die 100€.
  • Trotz der mechanischen Robustheit können auch SSDs ausfallen oder Systemfehler verursachen. Grund sind meist ein Fehler im verwendeten Controller oder in der Firmware - deshalb immer Markenfestplatten kaufen, die schon länger auf dem Markt sind.
  • SSD-Platten haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Aber keine Angst - die halten schon einige Jahre durch. Da wird wohl eher wegen Alterschwäche der PC verschrottet, als die SSD kaputt geht.

 

Lohnt sich ein Wechsel zur SSD?

Wann lohnt sich die Investition in eine Solid State Disk?
Tatsächlich gibt es erst vergleichsweise wenige professionelle Anwender, die mit SSD-Platten arbeiten, aber es werden immer mehr. Es gibt einige technische Faktoren, welche die Schnelligkeit der SSD's im praktischen Einsatz bestimmen. Das ist eigentlich alles viel zu technisch und kompliziert, was so richtig nur Insider verstehen. Entscheidend für den Normalanwender ist wahrscheinlich nur die Frage: Was kostet mich der Spaß?

Wer eine gute Solid State Disk mit vernünftiger Kapazität will, muss noch immer vergleichsweise tief in die Tasche greifen. Allerdings gibt es dann einen deutlichen Geschwindigkeitsschub gegenüber Festplatten.
Dennoch: Wenn du dich für eine immer noch vergleichsweise teure SSD entscheidest, dann legst du ein paar gut investierte Euros für ein vernünftiges Modell auf die Ladentheke, was den Spaßfaktor bei der Arbeit mit deinem PC deutlsich steigert.

Fazit: Wenn dein PC oder Notebook so etwa 2 bis 3 Minuten braucht, bis er oder es arbeitsbereit ist, ist ein Wechsel auf eine SSD zu empfehlen. Besonders für Notebooks ist das interessant, weil ja auch die Zeit für den Akkubetrieb verlängert wird. Der Preis liegt bei ca. 100 Euro je nach Plattengröße. Das klingt im Moment viel, aber der Dank dafür ist ein flotter PC.

 

Was würde bei einem Wechsel auf mich zukommen?

Wer den Plattenwechsel nicht auch gleich mit einem Neuaufsetzen des Betriebssystems verbindet (was zu empfehlen wäre), der kann den alten Platteninhalt 1:1 auf die neue SSD verschieben. Das kann man selber machen. Das entsprechende Programm liegt bei Markenfestplatten gleich in der Verpackung.
Wer den Wechsel nicht selbst machen möchte oder kann, der sollte das von einem Fachmann machen lassen, zumal Notebooks nicht die "übliche" Festplattenform verwenden (siehe Abbildung rechts). Da ist etwas Vorarbeit nötig. Ein PC-Service übernimmt dann auch gleich die Sicherung der alten Daten u.a.m. Ein einfacher Festplattenwechsel ist nicht teuer.

 

Die Mischform - die Hybrid-Festplatte

Ist ein neuer PC in Aussicht, dann sollte nicht auf eine SSD verzichtet werden. Es gibt momentan noch die "Mischvariante" - SSD-Platte in einer herkömmlichen Festplatte. Solche Festplatten werden "Hybridplatten" genannt. Solche Festplatten findet man unter ihrer Bezeichnung "SSHD". Hier ist ein kleiner Teil (meist 5-8 GByte) als Flash-Speicher ausgeführt, auf welchem sich das Betriebssystem befindet, alle anderen Daten liegen auf dem "Rest" der Platte. Die Vorteil liegt auf der Hand - da SSD's sehr schnell arbeiten, startet das Betriebssystem ebenfalls sehr schnell und dein PC ist im Nu arbeitsbereit. Solche Festplatten sich nur geringfügig teurer als Festplatten ohne den Flash-Zusatz und lohnen auf jeden Fall.