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Bundesnetzagentur stoppt "Ping-Anrufe"-Abzocke

Ping-Anruf

Die Bundesnetzagentur hat eine neue Maßnahme angekündigt, welche die Abzocke durch Ping-Anrufe bekämpft. Hier die Details.

Was ist überhaupt so ein Ping-Anruf?

Ping-Anrufe sollen dich neugierig machen. Wenn du häufig angerufen wirst, aber du nicht schnell genug bist, ans Handy zu gehen, handelt es sich vermutlich um einen sogenannten Ping-Anruf.

Der Anruf zielt einzig und allein darauf ab, dass du neugierig wirst und die angezeigte Telefonnummer zurückrufst. Das allerdings solltest du tunlichst nicht machen, denn damit rufst du meist eine sehr teure Nummer an. Dort startet dann eine Bandansage, die dich um Geduld bittet.

  • Weit verbreitet sind Ping-Anrufe, die mit 0137 beginnen. Mithilfe von Vorvorwahlen ist es auch möglich, dass die eigentliche Rufnummer nicht angezeigt wird.
  • Du solltest auch bei kostenfreien Nummern vorsichtig sein. Rufnummern, die mit 0800 beginnen, können ebenfalls einen Betrug von R-Gesprächen darstellen.

Solltest du aber schon auf einen Ping-Anruf hereingefallen sein, gilt es, schnell zu handeln.

  • Hast du den Anruf angenommen oder zurückgerufen, solltest du schnell auflegen, um die Kosten niedrig zu halten.
  • Außerdem solltest du dich an die Bundesnetzagentur wenden und den Fall schildern. Die Rufnummern können dort gemeldet und gegebenenfalls gesperrt werden.
  • Wichtig ist, dass du alles wichtige notierst, wie zum Beispiel den Gesprächsverlauf, die Uhrzeit und die Rufnummer. Sammle auch Beweise in Form von Screenshots (Bildschirmfotos). Ob die Rufnummer bereits gemeldet wurde, erfährst du hier.

Im schlimmsten Fall solltest du deinen Anschluss für kostenpflichtige Rufnummern sperren lassen. Wenn du bei der Telekom bist, musst du eine Sperre einrichten. Das hierfür nötige Zusatz-Paket nennt sich "Anschluss-Sperre". Die Bereitstellung kostet einmalig 10,16 Euro, ist danach aber kostenlos. Die Zusatz-Option kannst du wahlweise im Telekom-Shop oder unter der kostenlosen Rufnummer 0800 33 01000 aktivieren. Für andere Anbieter einfach mal googlen.

Bei bestimmten internationalen Vorwahlen muss in Mobilfunknetzen vor der Herstellung der Verbindung eine kostenlose Preisansage geschaltet werden. Das hat die Bundesnetzagentur nun angeordnet und sagt damit der Ping-Anrufe-Abzocke den Kampf an. Durch die Maßnahme sollen teure Rückrufe, die durch Ping-Anrufe verursacht werden, verhindert werden, wie die Bundesnetzagentur mitteilt. Die Mobilfunknetzbetreiber und Mobilfunkanbieter müssen die Anordnung bis spätestens zum 15. Januar 2018 für 22 Ländervorwahlen umsetzen.

Zuletzt hatten sich die Beschwerden der Verbraucher über Ping-Anrufe massiv erhöht. Erst im Oktober hatte die Bundesnetzagentur öffentlich vor der Abzocke gewarnt und die Verbraucher aufgefordert, die Fälle zu melden. Die Masche selbst ist nicht neu. Auch in der Vergangenheit gab es immer wieder solche Wellen von "Ping-Anrufen" oder ähnlichen Lockanrufen. Das Prinzip: Betrüger versuchen, über solche Ping-Anrufe Rückrufe der Verbraucher zu provozieren, die oft mit hohen Kosten verbunden sind. Mehrere Euro pro Minute können dabei berechnet werden.

Die dabei verwendeten Rufnummern sehen auf den ersten Blick wie eine lokale Vorwahl aus. So kann beispielsweise die Vorwahl von Konstanz, also 0261, mit der Vorwahl von Madagaskar, 00261 verwechselt werden. Auch Vorwahlen wie die von Rostock (0381) und Dortmund (0231) ähneln Ländervorwahlen von Serbien (00381) und Liberia (00231). Die Betrüger versuchen, die Geschädigten möglichst lang mit Bandansagen in der Leitung zu halten, wobei Kosten von mehreren Euro pro Minute anfallen können.

Ping-Anrufe: Zahl der Verbraucherbeschwerden seit Oktober stark gestiegen

"Wir schützen Mobilfunkkunden vor den Folgen telefonischer Belästigung und schieben den Ping-Anrufen einen Riegel vor", sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Und weiter: "Mit der von uns angeordneten Preisansagepflicht machen wir das rechtswidrige Geschäftsmodell der Täter wirtschaftlich unattraktiv und schaffen Transparenz für den Verbraucher."

Die kostenlose Preisansage gibt Verbrauchern die Möglichkeit, einen Anruf zu beenden, noch ehe hohe Kosten entstehen können. Wie die Bundesnetzagentur mitteilt, wurden allein im Oktober 2017 über 30.000 Beschwerden der Verbraucher registriert. Im November kamen nochmal über 20.000 weitere Beschwerden über Ping-Anrufe hinzu. Das entspricht einer deutlichen Steigerung im Vergleich zum Rest des Jahres, denn von Januar bis September gab es "nur" insgesamt 15.000 Beschwerden.

"In diesem Zusammenhang hat die Bundesnetzagentur in den letzten Monaten zahlreiche Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbote ausgesprochen. Ping-Anrufe verstoßen gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb", heißt es seitens der Bundesnetzagentur.

Für diese Ländervorwahlen gilt die neue Anordnung

Mobilfunkanbieter müssen künftig vor folgenden Ländervorwahlen eine kostenlose Preisansage schalten: Burundi (00257); Tschad (00235); Serbien (00381); Seychellen (00248);Tunesien (00216); Elfenbeinküste (00225); Guinea (00224); Sudan (00249); Marokko (00212); Tansania (00255); Benin (00229); Mali (00223); Uganda (00256); Madagaskar (00261); Albanien (00355); Bosnien-Herzegowina (00387); Somalia (00252); Liberia (00231); Malediven (00960); Jemen (00967); Mazedonien (00389); Sierra Leone (00232); Global Mobile Satellite System (00881)

Empfehlung: Keine unbekannte Rufnummer zurückrufen

Generell gilt auch weiterhin die Empfehlung an alle Verbraucher, keinerlei Rufnummern zurückzurufen, wenn kein Anruf aus den entsprechenden Ländern erwartet wird. Ping-Anrufe können außerdem auf dieser Seite bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden werden.

Quelle: PC-Welt, Internet